Was das Euro-Aus für Griechenland bedeuten würde

Tages-Anzeiger (Swiss daily), 05.01.2014

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Verlässt Griechenland die Eurozone? Die Debatte ist wieder aufgeflammt. Die Konsequenzen sind schwer abzusehen – für Griechenland und den Rest Europas. Eine Suche nach Antworten.

Welche Gefahren drohen der Eurozone?

Europa dürfte nach den umgesetzten und laufenden Reformen inzwischen besser gegen Krisen gewappnet sein. Eine Ansteckung anderer europäischer Länder durch Griechenland erscheint unwahrscheinlicher. Davon gehen viele Experten und offenbar auch die deutsche Bundesregierung aus. Die langjährigen Krisenländer Irland, Spanien und Portugal konnten ihre Rettungsprogramme inzwischen beenden. Zudem sei das Euro-System insgesamt nun «stabiler als vor zwei Jahren», sagt Janis Emmanouilidis vom European Policy Centre (EPC). Die Gläubiger Griechenlands sind heute vor allem ausländische Finanzinstitute. Die Gefahr sei geringer, dass Griechenland sie mit in den Abgrund ziehen würde.

Was würde der Ausstieg der EU kosten?

Auch wenn Griechenland zur Drachme zurückkehren würde, bliebe das grundlegende Problem bestehen. Denn die Euro-Länder und der Internationale Währungsfonds (IWF) haben für Athen in den vergangenen Jahren Rettungspakete von rund 250 Milliarden Euro geschnürt. Erklärt Griechenland den Staatsbankrott oder verweigert es die Rückzahlung, wäre das Geld wohl verloren. «Das wäre für die Partner ziemlich kostspielig», sagt Emmanouilidis.

Wären auch politische Folgen zu erwarten?

Ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone könne von Protestbewegungen oder eurofeindlichen Parteien in anderen EU-Ländern als Signal interpretiert werden, «dass es auch diesen Weg gibt», sagt Emmanouilidis. «Das könnte die politische Lage in einigen Mitgliedstaaten erschweren.» Andererseits könnte Griechenland aber auch zum abschreckenden Beispiel werden: «Wenn alle sehen, wie schlimm es dort wird, werden sie sich hüten, denselben Weg einzuschlagen.» [...]

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