Griechenland braucht mehr Zeit zur Sanierung

Christoph Kiefer, Nordwest-Zeitung, 09.05.2012

Interview

Link to original interview


Frage: Steht Griechenland nach dem unklaren Ergebnis vor Parlamentsneuwahlen?

Emmanouilidis: Es ist völlig offen, wie der Verlauf der Dinge sein wird. Es besteht erstens die Möglichkeit einer Regierung der nationalen Einheit, getragen durch mindestens drei Parteien. Zweitens kann die bestehende Regierung unter dem Technokraten Lucas Papademos noch für eine Zeit im Amt bleiben. Drittens könnte es Neuwahlen geben.

Frage: Meinen Sie mit „Regierung der nationalen Einheit“ eine Große Koalition der Volksparteien?

Emmanouilidis: Ich meine eine Koalition von Parteien, die über eine Mehrheit im Parlament verfügen. Die Volksparteien sind nicht länger Volksparteien. Die Nea Dimokratia liegt bei unter 20 Prozent, die Pasok bei 13 Prozent. Koalieren könnten die konservative Nea Dimokratia, die sozialistische Pasok und die noch weiter links stehende Demokratische Linke. Das dürfte die einzige mögliche Dreierkonstellation sein. Aber sie würde weniger als 40 Prozent der Wähler repräsentieren.

Frage: Was heißt die Wahl für das europäische Rettungspaket? Wird jetzt noch mal neu verhandelt?

Emmanouilidis:  Die zentrale Botschaft der Wähler ist, dass jegliche Regierung, egal welcher Parteien, mit den internationalen Partnern noch mal diskutieren muss, ob die Krisenrezeptur die richtige ist. Neuverhandlungen ist ein großes Wort. Ich gehe nicht davon aus, dass die Partner bereit sind, zentrale Inhalte aufzuheben. Es wird darum gehen, Dinge zu ergänzen, die beispielsweise Wachstum generieren, oder darum, den Zeitraum zu erweitern, den man Griechenland für die Reformen gibt.

Frage: Was bedeutet der Einzug der Links- und Rechtsradikalen ins Parlament?

Emmanouilidis: Man muss unterscheiden:  Auf der linken Seite wurden Parteien gewählt, die zum Teil schon eine Tradition haben. Auf der rechten Seite gibt es eine faschistische Partei, die „Morgenröte“, die nicht demokratisch ist. Ich setze darauf, dass sich ihr wahres Gesicht der Bevölkerung in den nächsten Monaten zeigt.

Frage: Was erwarten die Griechen von den Deutschen?

Emmanouilidis:  Die Griechen erwarten, dass die Partner das Krisenrezept ergänzen. Sparen muss durch Wachstumsimpulse ergänzt werden. Dafür ist es nötig, dass Deutschland neuen Kompromissen zustimmt.

Link to original here


Latest media contributions

Κατευθείαν στα βαθιά η φον ντερ Λάιεν
Quotes, Kathimerini (GR), 21.07.2019

"Das sollte die Warnlampen angehen lassen"
Quotes, Tagesspiegel (GER), 19.07.2019

Neue Chance für Spitzenkandidaten
Quotes, Wiener Zeitung, 18.07.2019

„Rede vor dem Parlament war entscheidend“
Interview, AufRuhr, 17.07.2019

Warum der SPD-Widerstand von der Leyen zusätzliche Stimmen bescheren könnte
Interview, Dresdner Neueste Nachrichten (DNN), 16.07.2019

Warum das EU-Parlament für Ursula von der Leyen stimmen sollte
Quotes, Frankfurter Rundschau, 16.07.2019

First Woman Chosen for Top E.U. Job Wins Confirmation
Quotes, New York Times, 16.07.2019

Setzt sich von der Leyen in Brüssel durch?
Talkshow, NDR Info Redezeit, 16.07.2019

Von der Leyen kämpft um den Kommissionspräsidentenposten
Quotes/Interview, ORF ZIB 2, 15.07.2019

Merkel’s Ally Pushes for Last-Minute Votes to Take Top EU Job
Quotes, Bloomberg, 15.07.2019


Media