Auf der Suche nach dem Kitt für Europa

Martyna Czarnowska, Wiener Zeitung, 23.11.2012

Link to original article


Diese Wette haben die wenigsten gewonnen. Die meisten Journalisten, die sich in den langen Stunden des Wartens beim Finanzgipfel zu Wettgemeinschaften zusammengeschlossen hatten, tippten darauf, dass das Sondertreffen der EU-Staats- und Regierungschefs zumindest bis in den Samstag hinein dauern würde. Doch schon am Freitagnachmittag war es vorbei. Die EU-Politiker gingen auseinander. Geeinigt hatten sie sich nicht. […]

Da ist es wieder Polen, das eine wesentlich gewichtigere Rolle spielt als in der Vergangenheit. Das größte jüngere Mitgliedsland arbeitet daran, die Union stärker mitzugestalten - auch wenn es in der Eurokrise an den Rand gedrängt ist, weil es nicht der Währungsgemeinschaft angehört. Dennoch könnte es zu einem wichtigen Verbündeten für andere EU-Mitglieder werden.

Dass Warschau aber das Vakuum auffüllen könnte, das London bei einem Verlassen der Gemeinschaft verursachen würde, glaubt etwa Janis A. Emmanouilidis von der Denkfabrik EPC (European Policy Centre) nicht. Polen habe eine andere geopolitische Bedeutung, es habe auch nicht solche Verbindungen zu Washington wie Großbritannien. Ebenso wenig hält es der EU-Experte für wahrscheinlich, dass die Achse Warschau-Berlin die weit bekanntere - und oft bewährte - ablöst: die Achse Paris-Berlin. Allerdings könnte sich durch die intensiveren Beziehungen zwischen den Hauptstädten ein Dreieck bilden, das die Machtbalance in der EU bestimmt.

Dennoch sieht Emmanouilidis die Kooperation zwischen Deutschland und Frankreich noch immer als den wesentlichen Motor für die Entwicklung der Union an - mag dieses Verhältnis zeitweise auch angespannt sein. Die Entscheidungen zur Lösung der wichtigsten Probleme Europas werden daher gemeinsam getroffen. Und diese Sorgen gehen über die gescheiterten Budgetverhandlungen weit hinaus. Griechenland wird weiterhin Stoff für Debatten rund um die Vergemeinschaftung von Schulden oder stärkere Haushaltskontrollen liefern. Noch im Dezember wollen die Staats- und Regierungschefs auch darüber beraten, welche Schritte zur Vertiefung der Wirtschafts- und Währungsunion gesetzt werden können. Wie bei der Fixierung des Budgets sind sie dabei von einer Einigung noch entfernt.

Link to original text here


Latest media contributions

Κατευθείαν στα βαθιά η φον ντερ Λάιεν
Quotes, Kathimerini (GR), 21.07.2019

"Das sollte die Warnlampen angehen lassen"
Quotes, Tagesspiegel (GER), 19.07.2019

Neue Chance für Spitzenkandidaten
Quotes, Wiener Zeitung, 18.07.2019

„Rede vor dem Parlament war entscheidend“
Interview, AufRuhr, 17.07.2019

Warum das EU-Parlament für Ursula von der Leyen stimmen sollte
Quotes, Frankfurter Rundschau, 16.07.2019

First Woman Chosen for Top E.U. Job Wins Confirmation
Quotes, New York Times, 16.07.2019

Setzt sich von der Leyen in Brüssel durch?
Talkshow, NDR Info Redezeit, 16.07.2019

Warum der SPD-Widerstand von der Leyen zusätzliche Stimmen bescheren könnte
Interview, Dresdner Neueste Nachrichten (DNN), 16.07.2019

Von der Leyen kämpft um den Kommissionspräsidentenposten
Quotes/Interview, ORF ZIB 2, 15.07.2019

Merkel’s Ally Pushes for Last-Minute Votes to Take Top EU Job
Quotes, Bloomberg, 15.07.2019


Media