Politologe betont deutsche Führungsrolle

Deutschlandradio Kultur, 29.06.2011

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Angesichts der Griechenland-Krise werde Berlin mehr Verantwortung übernehmen müssen, sagt der Politologe Janis A. Emmanouilidis. Dies bedeute, dass sich die europäischen Partner an dieses neue Deutschland gewöhnen müssten.

Der Wissenschaftler vom Europäischen Zentrum für Politik in Brüssel sagte, das politische Berlin habe in der gegenwärtigen Entwicklung bereits schneller und eindrucksvoller reagiert als noch im ersten Halbjahr 2010. "Was wir in den letzten 15 bis 18 Monaten gesehen haben, ist, dass bestimmte Entscheidungen getroffen wurden mit Blick auf das wirtschaftliche Regieren in Europa, die vor zwei oder drei oder vier Jahren noch undenkbar waren", sagte der Politologe.

"Ich gehe davon aus, dass man auch in Zukunft sehen wird, dass man weiter an der Zusammenarbeit, vor allem in ökonomischen Fragen, arbeiten muss." Ansonsten könnte sich eine Krise dieser Art wiederholen, deshalb gebe es ein gemeinsames Interesse, diese Zusammenarbeit zu vertiefen. "Auf der anderen Seite sehen wir aber auch, dass diese Krise zu politischen Kollateralschäden führt, dass das Verhältnis zwischen Mitgliedsstaaten eher angespannt ist. Wir sehen ein zunehmendes Misstrauen zwischen den nationalen Hauptstädten", erklärte Emmanouilidis. Dies sei nicht immer förderlich.

Der Politikwissenschaftler sagte, er rechne am heutigen Mittwoch mit einer Zustimmung des griechischen Parlaments zum Sparpaket der Regierung. "Auf der anderen Seite ist in Griechenland die Solidarität mit dem Programm unter starkem Druck, weil die Leute den Eindruck haben, dass sie am Ende des Horizonts kein Licht sehen oder keinen Ausweg. Dieser Tunnel, in dem man ist, scheint ziemlich lang zu sein und die Hoffnungslosigkeit wächst", sagte Emmanouilidis.

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