Kroatien will zügigen EU-Beitrittsprozess in 2011

Alen Legovic/Belma Fazlagic-Sestic , Deutsche Welle, 19.01.2011

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Kroatien könnte bereits im ersten Halbjahr 2011 die Beitrittsverhandlungen mit der EU abschließen. Danach würde das Land den Beitrittsvertrag unterschreiben und ein Referendum zum EU-Beitritt durchführen.

Für Kroatien sollte das Jahr 2011 eines der wichtigsten seit seiner Unabhängigkeitserklärung werden. Nach dem vorgesehenen Fahrplan sollen die weiteren noch ausstehenden Verhandlungs-Kapitel bis Ende Juni, also bis zum Ende der ungarischen EU-Präsidentschaft abgeschlossen werden. "Das Jahr 2011 kann man erst als erfolgreich bezeichnen, wenn die Beitrittsverhandlungen beendet sind. Überraschungen sind immer möglich. Wir wissen, dass Kroatiens Nachbarland Slowenien entscheidend für die Lösung bestimmter Fragen sein kann. Die  politische Lage dort ist aber nicht stabil", warnt Hannes Swoboda, Berichterstatter des EU-Parlaments für Kroatien. [...]

Kroatische Skeptiker

In Brüssel wird derzeit mit großem Interesse das Misstrauen der kroatischen Bürger gegenüber dem Euro beobachtet. "Wenn sie Mitglied der EU werden, dann müssen sie eines Tages auch Mitglied der Eurozone werden wollen. Der genaue Zeitplan ist aber nicht festgelegt. Es ist im Moment fraglich, ob die jetzigen Mitglieder die Eurozone überhaupt erweitern wollen," gibt Janis Emmanouilidis,  Politologe am Brüsseler Zentrum für Europäische Politik (EPC) zu bedenken.

Doch für Kroatien stellt sich jetzt nicht die Frage ob es der Eurozone beitreten soll, sondern ob das Land Mitglied der EU wird. "Bis zu dem Moment, an dem sich die Frage stellt, ob Kroatien auf seine Währung – die Kuna - verzichten und den Euro einführen soll, sollte die Krise des Euros längst überwunden sein", sagt Emmanouilidis.  "Falls bis zum Beitritt Kroatiens in die Eurozone die Krise des Euros nicht gelöst wird, dann werden die EU und der Euro Einfluss in der Welt verlieren. Das wäre schlecht, sowohl für die EU als auch für Kroatien", so Emmanouilidis

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