Geordneter Exit - eine Illusion
Hermann Sileitsch, Wiener Zeitung, 11.05.2012
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Wie geht es weiter mit Griechenland? Kann das Land in der Eurozone bleiben? Was passiert im Rest Europas, wenn die Griechen sich verabschieden? Experten wälzen alle möglichen Szenarien, überzeugende Antworten hat niemand. Dafür fehlen die historischen Vorbilder. Alle blicken gebannt nach Athen - im Vertrauen darauf, dass doch noch eine Regierungsmehrheit zustande kommt, die den Sparkurs mitträgt, oder Neuwahlen das erwünschte Ergebnis bringen. Nach drei Jahren des Kampfes gegen die Zentrifugalkräfte der Euro-Krise muss die EU darauf hoffen, dass die gepeinigten Griechen für eine Fortsetzung ihrer Qualen und für jene Parteien stimmen, die sie durch jahrzehntelanges Missmanagement, Freunderlwirtschaft und Korruption in die Pleite geführt haben. Eine absurde Situation. […]
Janis Emmanouilidis, ein Mitarbeiter der Denkfabrik EPC in Brüssel und guter Kenner der griechischen Innenpolitik, ist unsicher. "35 Prozent der Bevölkerung sind nicht zur Wahl gegangen, mindestens ein Drittel von ihnen würde bei Neuwahlen abstimmen. Aber niemand weiß, wie." Es gebe viel Frustration und Nihilismus, das mache die Wähler so unberechenbar.
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