Deutschland gibt seine Führungsrolle auf
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Silke Wettach, Wirtschafswoche, 14.06.2010
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In den vergangenen Wochen und Monaten fühlte sich Guy Verhofstadt häufiger an den Herbst 1989 erinnert. „Jeden zweiten Tag geschehen Dinge in der Politik und in der Gesellschaft, die man zuvor nicht für möglich gehalten hätte“, sagt der frühere belgische Premierminister, der heute die Liberalen im Europaparlament anführt. [...]
Deutschland hat seine neue Rolle nicht über Nacht angenommen. Beobachter heben hervor, dass bereits die Regierung von Helmut Kohl in ihrer Endphase die europäische Integration nicht mehr bedingungslos unterstützte. „Schon damals hat man nicht mehr mit geschlossenen Augen gesagt, mehr Europa ist gut für Deutschland“, betont Janis Emmanouilidis vom Brüsseler Thinktank European Policy Centre (EPC). [...]
Polen, das sich jüngst überraschenderweise sogar am Rettungsmechanismus für Länder in Finanzschwierigkeiten beteiligt hatte, obwohl es kein Mitglied der Euro-Zone ist, könnte vielleicht eines Tages eine wichtigere Rolle spielen – aber doch erst in der fernen Zukunft. Beobachter wie EPC-Experte Emmanouilidis halten deshalb flexible Führungskoalitionen in bestimmten Bereichen für eine wahrscheinliche Variante.[...]
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