"Großbritannien von einem Belgier regiert? Das muss wohl ein Witz
sein.“ Mit dieser Schlagzeile quittierte der britische Daily Express
das Faktum, dass der belgische Premier Herman Van Rompuy im Vorfeld des
EU-Sondergipfels als aussichtsreicher Anwärter für den Posten des
EU-Ratspräsidenten gehandelt wurde. [...]
[...] Dass Doppelgleisigkeiten und Reibungsverluste mit dem Inkrafttreten
von Lissabon passé sind, ist freilich Illusion: Es werde einige Zeit
dauern, bis sich die Balance im neuen System findet, meint Janis
Emmanouilidis, Analyst der Brüsseler Denkfabrik European Policy Centre.
So bleibt abzuwarten, wie stark sich der Ratspräsident, der sich in
erster Linie um die Organisation der EU-Gipfel kümmern und für eine
Kohärenz der Entscheidungen sorgen soll, in die Agenden des
Außenministers einmischen wird. Laut Emmanouilidis werde das stark von
der jeweiligen Person abhängen. Ein Politiker wie Tony Blair hat mehr
außenpolitische Ambitionen als einer mit weniger internationalem Profil. [...]
